Bilaterale Beziehungen zwischen Nauru und Deutschland
Bilaterale Beziehungen zwischen Nauru und Deutschland
Stand: März 2011
Diplomatische Beziehungen zwischen Nauru und Deutschland wurden am 20. September 1984 aufgenommen. Die politischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind freundschaftlich und problemlos. Der deutsche Botschafter in Canberra, Australien, ist auch in Nauru akkreditiert.
Das bilaterale Handelsvolumen lag im Jahr 2009 bei etwa 1,6 Millionen EUR: Deutschland führte aus Nauru Waren im Wert von weniger als 100.000 EUR ein, während die Ausfuhr nach Nauru 1,6 Millionen EUR betrug. In der Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland liegt Nauru auf Platz 220 (Importe nach Deutschland) bzw. Rang 204 (Exporte nach Nauru).
Deutschland unterstützt vor allem über seine substantiellen Beiträge an die Europäische Union die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Naurus. Die EU ist in der Region nach Australien der zweitwichtigste Geber von Entwicklungshilfe. Dabei werden den Partnerländern im Rahmen von Länderstrategiepapieren finanzielle Mittel für verschiedene Projekte und Programme zugewiesen. Für den Zeitraum von 2008 bis 2013 sind für Nauru im Rahmen des 10. EDF (European Development Fund) insgesamt 2,9 Millionen EUR vorgesehen. Schwerpunkt des 10. EDF in Nauru ist die Entwicklung des Sektors erneuerbare Energiequellen.
Nauru ist auch die enge klimapolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten der Südpazifik-Region eingebunden. Bei dem Seminar „Seismologie und Tsunami-Frühwarnung“ des Geoforschungszentrums Potsdam im Juli 2010 waren auch Vertreter aus Nauru vertreten. Das von der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) durchgeführte Regionalprojekt „Anpassung an den Klimawandel“ (2009-2012) wird unter anderem auch auf Nauru ausgeweitet.
Daneben unterstützt die zuständige deutsche Botschaft in Canberra von Zeit zu Zeit kleinere Projekte in Nauru, meist im Bildungsbereich: Im Jahr 2009 wurden die Schulbibliotheken des Landes mit einem Softwaresystem ausgestattet, das die Katalogisierung der Bücher ermöglicht und dadurch den Zugang zu Literatur erleichtert.
Nauru war von 1888 bis zum ersten Weltkrieg – in einer vor der systematischen Ausbeutung der Phosphatvorkommen liegenden Zeit – deutsche Kolonie. Viele historische Unterlagen aus dieser Zeit, wie Karten, Statistiken und Briefe wurden von den Administratoren damals in deutscher Sprache verfasst.
Deutschland hat vor diesem Hintergrund in den 1990er Jahren zwei Veröffentlichungen gefördert: 1992 wurde in Anwesenheit des damaligen Präsidenten Naurus, Bernard Dowiyogo, in der australischen Nationalbibliothek das Buch „Nauru 1888-1900“ vorgestellt. Darin hat der ehemalige deutsche Botschafter in Canberra, Wilhelm Fabricius, eine Vielzahl von Dokumenten aus der Kolonialzeit zusammengestellt und kommentiert. 1993 erschien eine Grammatik der nauruischen Sprache, basierend auf den akribischen Aufzeichnungen des deutschen Missionars Alois Kayser, der von 1903 bis 1943 in Nauru lebte.
Im Jahr 2011 soll in verschiedenen Staaten im Südpazifik eine vom Auswärtigen Amt finanzierte Ausstellung über Geschichte und Gegenwart der deutsch-pazifischen Beziehungen gezeigt werden.
Hinweis