Beziehungen zu Deutschland

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2011

Politische Beziehungen

Diplomatische Beziehungen mit Laos bestehen seit 1958; 1975 wurden sowohl Botschaften der Bundesrepublik Deutschland wie der DDR in Vientiane eröffnet. In den Jahren nach der Revolution war Laos für die ehemalige DDR Schwerpunktland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit, an die die Bundesrepublik Deutschland 1990 erfolgreich angeknüpft hat. Trotz unterschiedlicher politischer Systeme sind die Beziehungen gut und freundschaftlich.

Am 31.01.2008 wurde das 50-jährige Jubiläum der Errichtung diplomatischer Beziehungen gefeiert.


Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Laos konzentriert sich auf zwei Bereiche: ländliche Entwicklung in den armen Bergregionen des Landes unter besonderer Berücksichtigung des Erhalts der Wälder und Unterstützung der Umwandlung der laotischen Wirtschaft von einem planwirtschaftlichen zu einem mehr marktorientierten System, wobei sowohl die makroökonomische Beratung wie die Verbesserung menschlicher Ressourcen (Berufsbildung) und die Förderung der Klein- und Mittelindustrien von Bedeutung sind. Diese Schwerpunkte wurden im letzten Jahr durch Klima- und Umweltkomponenten ergänzt.

Für die im Rahmen dieser Schwerpunkte vorgesehenen Vorhaben ist für das laufende Zweijahresprogramm (2010/11) ein finanzielles Gesamtvolumen von 31,3 Mio. EUR eingeplant. Hinzu kommen ca. 5 Mio. EUR für Klimarelevante Aktivitäten.. Damit beläuft sich die Gesamtzusage Deutschlands für Laos seit Aufnahme der Entwicklungszusammenarbeit auf über 250 Mio. EUR. Zusätzlich zur bilateralen Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit fördert die Bundesregierung Maßnahmen verschiedener Organisationen der VN (UNODC, WFP, FAO) mit mehreren Millionen Euro jährlich.

Darüber hinaus hat sich die Bundesrepublik Deutschland seit vielen Jahren bei der Räumung von Bomben, Minen und sonstigen Munitionsresten engagiert, die infolge der heftigen Kämpfe und Bombardements während der Indochinakriege auch heute noch in großer Zahl vorhanden sind. Seit 1996 wurden hierfür über 10 Mio EUR ausgegeben. Des Weiteren unterstützt die Bundesregierung die Regionalorganisation der „Mekong River Commission“ (Laos, Thailand, Vietnam, Kambodscha), die ihren Sitz in Vientiane hat, und fördert über deutsche wie internationale Nichtregierungsorganisationen die Entwicklung des Landes.


Wirtschaftsbeziehungen

Aufgrund der geringen Bevölkerung und der relativ niedrigen Kaufkraft sind die wirtschaftlichen Beziehungen bisher noch wenig ausgeprägt. Über Jahre stagnierte der Handelsaustausch um die 40- 50 Mio EUR, stieg aber im vergangen Jahr auf 65,3 Mio EUR (Einfuhren rd. 49 Mio € und Ausfuhren rd. 16 Mio.EUR) Damit ist die Bundesrepublik wichtigster europäischer Handelspartner von Laos.

Seit 1996 besteht ein Investitionsschutz- und Förderungsabkommen (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 1998 II, S. 1466). 

Deutsche bzw. deutsch-laotische Unternehmen gibt es im Bereich der alternativen Energie, im Dienstleistungssektor, der Textilproduktion, im Baugewerbe und im Bergbausektor. Mercedes Benz hat zwei Niederlassungen in Vientiane lizenziert (geschätzte Investitionssumme um die 5 Mio Euro). Wichtig als Devisenbringer ist auch der Tourismus (ca. 18.000 deutsche Touristen im Jahr 2009).


Kulturbeziehungen

Nach langer Unterbrechung studieren seit 2001 wieder einige laotische Langzeitstipendiaten an deutschen Universitäten. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und InWent vergeben Kurzzeitstipendien. Insgesamt gibt es 477 DAAD-Alumni. In der DDR haben mehr als 2.000 Laoten eine handwerkliche oder akademische Ausbildung erhalten.

An der Nationalen Universität von Laos (NUoL) in Vientiane wurde im Jahr 2003 Deutsch als Hauptfach eingeführt (Bachelor-Studiengang mit Spezialisierung auf Tourismus). Die an der Deutschabteilung unterrichtende DAAD-Lektorin bemüht sich in Zusammenarbeit mit ihren laotischen Kollegen und der Botschaft erfolgreich auch um darüber hinaus gehende kulturelle Präsenz. (Studienberatung, Botschaftssprachkurse, öffentliches deutsches Kinoprogramm, Konzerte). Insgesamt sechs Kooperationen deutscher Hochschulen bzw. Anstalten des öffentlichen Rechts mit laotischen Partnern ergänzen den kulturellen Austausch. Hervorzuheben ist der 2006 an der NUoL eingeführte Masterstudiengang „Environmental Engineering and Management“ in Zusammenhang mit der Universität Siegen, der sehr erfolgreich ist.

Im Rahmen des Programms des Auswärtigen Amts zum Erhalt des kulturellen Erbes ärmerer Länder wird seit 1992 ein umfangreiches Vorhaben (ca. 1,5 Mio EUR) zur Erhaltung alter buddhistischer Palmblatthandschriften durchgeführt, das im Land sehr positive Resonanz gefunden hat, weil es zu einer anders nicht zu bewerkstelligenden, das ganze Land abdeckenden Erfassung der Hauptquellen laotischer Literatur geführt hat. 2009 wurden eine Vielzahl der erhaltenen Palmblattschriften online gestellt. (http://www.laomanuscripts.net/en/pages/index.html) .

Des Weiteren hat die Bundesrepublik verschiedene Projekte von der Restauration buddhistischer Tempel bis zur Aufzeichnung klassischer laotischer Musik unterstützt. Die Hilfe beim Aufbau eines buddhistischen Museums in Luang Prabang ist eine weitere Aktivität in diesem Sektor.

Aus Anlass der Feier des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen am 31. Januar 2008 wurde von der Botschaft eine Festschrift zur Historie der Beziehungen zwischen beiden Ländern herausgegeben.

Zur Feier des 20-jährigen Jubiläums der Wiedervereinigung Deutschlands haben Botschaft und die in Laos tätigen EZ-Organisationen eine „Deutsche Woche“ mit Vorträgen, Konferenzen, Filmabenden, Ausstellungen, der Präsentation einer neuen Photovoltaikanlage der Botschaft sowie einen „Tag der offenen Tür“ im „ deutsch-laotischen Haus“ organisiert, die viel Interesse gefunden haben.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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