Beziehungen zwischen Panama und Deutschland
Beziehungen zwischen Panama und Deutschland
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Stand: März 2011
Politische Beziehungen
Deutschland unterhält mit Panama seit 1953 ununterbrochen diplomatische Beziehungen. Das bilaterale Verhältnis ist unproblematisch. Politische Stabilität, wirtschaftliches Wachstum und zunehmende regionale Integration Panamas, verbunden mit Übernahme außenpolitischer Verantwortung des VN-Sitzlandes Panama sind eine solide Grundlage für eine Intensivierung.
Der Bundesminister des Auswärtigen hat Panama im April 2007 besucht, der damalige Präsident Panamas sowie Fachminister waren 2006 in Hamburg und Berlin. Vizeaußenminister Arrocha und Außenhandels-Vizeminister Domingo Arias führten im September 2010 politische Gespräche im Auswärtigen Amt und im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und präsentierten den Wirtschaftsstandort Panama auf einer Veranstaltung des DIHK.
Wirtschaftliche Beziehungen
Für Niederlassungsentscheidungen deutscher Firmen in Panama ist zunächst die Bedeutung Panamas als dollarisiertes regionales Dienstleistungszentrum mit Kanal, Häfen, Banken und Versicherungen, Sonderwirtschaftszonen und Luftverkehrsdrehkreuz ausschlaggebend. Eine investorenfreundliche Gesetzgebung trägt hierzu bei. Nachdem zunehmend die Umsetzung der Infrastrukturprojekte der Regierung Martinelli in Gang kommt, wächst auch das Interesse deutscher Unternehmen an einer Beteiligung am panamaischen 14 Mrd.- US $-Investitionsprogramm (bis 2014, zusätzlich zur Kanalerweiterung).
Es gibt eine deutsch-panamaische Handelskammer, die dem Verbund der deutschen Auslandshandelskammern angeschlossen ist. Die GIZ-International Services (GIZ-IS) unterhält ihr Regionalbüro in Panama, ADIDAS, BMW und Grünenthal (Pharma) nutzen den Standort als Lateinamerika-Zentrum, Bosch baut eine neue Regionalstruktur mit Zentrum in Panama auf. BASF hat am 23. Februar 2011 in der Sonderwirtschaftszone AEP Howard eine Produktionsanlage für Zement-Additive eingeweiht. Auch die Commerzbank unterhält einen Regionalsitz. Alle großen Logistik-Dienstleister sind in Panama vertreten, DHL betreibt einen Frachtflug-Linien-Verteilerdienst aus Panama und baut derzeit sein Terminal am Flughafen Tocumen aus. Aus dem Bausektor sind Bauer Spezialtiefbau und Würth zu nennen (beide mit Regionalzuständigkeiten).
Im Außenhandel spielt Deutschland als Abnehmer von Tropenfrüchten und Kaffee sowie als Herkunftsland von Fertigerzeugnissen, insbesondere von Fahrzeugen und chemischen Vorprodukten eine wichtige Rolle.
Panama ist Schwerpunktland deutscher Investitionen in Zentralamerika (etwa 350 Millionen Euro). Bilfinger & Berger baute die zweite Kanalbrücke („Centenario“), die 2005 für den Verkehr freigegeben wurde, wie auch den Hafen Balboa am pazifischen Kanaleingang.
Panama erhält aufgrund des vergleichsweise hohen Entwicklungsstandes seit 2004 keine Mittel der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mehr. Die Botschaft führt in Bereichen wie Bildung, Soziales oder Tourismus Kleinstprojekte durch. Junge Deutsche arbeiten im Rahmen der „kulturweit“-Initiative des Auswärtigen Amts und des „weltwärts“-Programmes des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) in Panama.
Panama wird weiterhin im Rahmen staatenübergreifender regionaler Projekte (OAS) durch das BMZ gefördert. Deutschland fördert Panama auch durch die für die Region Zentralamerika und bilateral für Panama bereitstehenden Kooperationsmittel der Europäischen Union.
Sowohl die Friedrich-Ebert- als auch die Konrad-Adenauer-Stiftung führen Projekte in Panama durch.
Kulturelle Beziehungen
Seit August 2008 bestehen Kooperationsvereinbarungen zwischen dem DAAD und den fünf staatlichen Universitäten sowie dem Nationalen Sekretariat für Wissenschaft, Technik und Innovation (SENACYT) gemeinsam mit dem Institut für Weiterbildung (IFARHU). Mit diesen Austauschprogrammen soll u.a. die Fortbildung von wissenschaftlichem Personal unterstützt werden. Hierbei werden ko-finanzierte Jahresstipendien an Hochschullehrer und Studierende der panamaischen Universitäten in Master-, Promotions- und Postdoktoranden-Programmen vergeben. Ebenfalls können kurze Forschungsaufenthalte in Deutschland gefördert werden. Die Universitäten Frankfurt und Ulm sind Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Biologie. Das laufende Entwicklungsprogramm Panamas setzt daneben Schwerpunkte u.a. bei Logistik, technischen Berufen, Tourismus und Landwirtschaft.
Seit dem 8. Dezember 2008 wird das „Instituto Fermín Naudeau“ im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) betreut. Die Botschaft bietet in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Mexiko und dem „Centro Cultural Alemán“ in Panama Kulturveranstaltungen an. Das Centro erteilt mit finanzieller Förderung durch das Auswärtige Amt und mit Unterstützung durch das Goethe-Institut deutschen Sprachunterricht.
Ein DAAD-Langzeit-Dozent soll ab Wintersemester 2011 an der Technischen Universität in Panama-Stadt tätig werden.
2004 wurden die als Maßnahme des Kulturerhalts durch das Auswärtige Amt finanzierten Tore der in der kolonialen Altstadt (Weltkulturerbe) liegenden großen Kathedrale von Panama übergeben. Ein weiteres Kulturerhaltprojekt war die Casa Góngora in der Altstadt Panamas. Die aus Mitteln des Kulturerhalts finanzierte Restaurierung von Heiligenfiguren der kolonialen Kirche Santiago im 1522 gegründeten Natá de los Caballeros fand mit einem musikalisch unmrahmten Weihnachtsgottesdienst am 19. Dezember 2010 ihren würdigen Abschluss.
Eine private Initiative betreibt die Gründung einer deutschen Schule. Das Genehmigungsverfahren für einen gemeinnützigen Trägerverein ist mit Unterstützung durch die Botschaft im Gange. Die Schule soll sukzessive von Vorschule und den ersten Grundschuljahren (ab Spätsommer 2012) zu einer Vollschule aufwachsen.
Hinweis